Die Erfindung des Leguminosenmehl
| 1882-1886 war der Beginn der Industrialisierung. Es gab es eine große Landflucht. Die Menschen strömten auf der Suche nach Arbeit in die Städte. Dabei mussten auch Frauen und Kinder in den Fabriken arbeiten. Zuwenig Geld und mangelnde Bildung verhinderten eine gesunde Ernährung. Es kam dadurch zu Unterernährung und Eiweißmangel, da sich die Fabriksarbeiter teures Fleisch nicht leisten konnten. Der Arzt und Fabrikinspektor Dr. Fridolin Schuler erkannte als einer der ersten, dass viele Krankheiten und die hohe Kindersterblichkeit in der Arbeiterschicht auf eine einseitige und mangelhafte Ernährung zurückzuführen waren. Er versprach sich viel von eiweißhaltigen Hülsenfrüchten als Ersatz für das teure Fleisch und teilte seine Überlegungen umgehend Julius Maggi, seinem Freund, mit. Maggi, der ja beruflich mit Mahlerzeugnissen zu tun hatte und sich stets instinktiv und leidenschaftlich dem Neuen, Kommenden zuwandte, griff den Gedanken sofort auf und begann mit Versuchen. Die Experiment verschlangen sein Vermögen, aber er gab nicht auf. 1882 entwarf und baute er die Röstpfanne zur Herstellung von Leguminosenmehl zu experimentieren. Leguminosen sind Hülsenfrüchte, wie zum Beispiel Erbsen, Bohnen oder Linsen. 1883 brachte er die ersten Leguminosenmehle in den Handel. Im Jahre 1886 wurden dann die ersten kochfertigen Suppen aus Gemüsemehlen (Erbsen und Bohnen) hergestellt und vertrieben. Das war die Geburtsstunde der Fertigsuppe. Die neuen Suppen wurden in der Schweiz im Kempttal hergestellt und auch dort vertrieben. Bereits 1 Jahr später eröffnete Maggi seine deutsche Niederlassung in Singen. Bald darauf gab es auch Produktionsstätten in Paris, Mailand, Prag und Amsterdam sowie Lager in Wien, Berlin, London und New York.
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